Die Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder hat auf ihrer Sitzung die folgende Erklärung verabschiedet.
Die Synode der Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder begrüßt jedes Bemühen, das auf die Versöhnung zwischen Einzelpersonen und verschiedenen Gruppen abzielt. Deshalb würdigen wir den guten Willen des Vereins „Meeting Brno“ und der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die es wagen, an den Pfingstfeiertagen 2026 einen weiteren Schritt auf dem Weg des Bekenntnisses und der Versöhnung historischer Schuld zu gehen.
Zu den Grundsätzen unseres Glaubens gehören Vergebung und die Einladung zur Versöhnung, wie wir sie in der Geschichte Jesu Christi erkennen. Unsere Kirche beteiligt sich seit Jahrzehnten aktiv am Prozess der tschechisch-deutschen Versöhnung. Dazu gehört die ehrliche Benennung des Leids und der Schuld, die auf beiden Seiten die gemeinsame Geschichte geprägt haben. Umso schmerzhafter nehmen wir die Versuche wahr, historische Verletzungen zu missbrauchen, um im Zusammenhang mit dem Sudetentag in Brünn erneut kollektiven Hass und Vorurteile zu schüren.
Unsere Geschichte lehrt uns, dass das Schüren von Angst und Feindseligkeit gegenüber Bevölkerungsgruppen immer zu einem schlechten Ende führt. Wir wenden uns daher an Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, sich nicht an der Atmosphäre des Hasses und der nationalistischen Propaganda zu beteiligen.
Wir sind solidarisch mit denen, die von der gegenwärtigen Befeuerung dieses Hasses besonders schwer betroffen sind.
In Cheb/Eger, am 23. Mai 2026
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