EKBB bei prestigeträchtigem Treffen in Brüssel

7. Januar 2026

Der Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, Pavel Pokorný, war einer der europäischen Kirchenvertreter, die an einem Treffen auf höchster Ebene mit Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration, teilnahmen. In Brüssel wurde über die Polarisierung der Gesellschaft und die Gefahr von Hassreden diskutiert.

EKBB bei prestigeträchtigem Treffen in Brüssel
7. Januar 2026 - EKBB bei prestigeträchtigem Treffen in Brüssel

Am 17. November 2025 fand in der Europäischen Kommission in Brüssel ein bedeutendes Treffen führender Religionsvertreter statt, das vom EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, einberufen worden war. Die Diskussion stand unter dem Motto „Wie reagieren wir auf die Polarisierung in der Gesellschaft?“ und brachte Vertreter der christlichen, jüdischen, muslimischen und buddhistischen Gemeinschaften an einen Tisch.

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Unter den Eingeladenen war auch der Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder Pavel Pokorný. In seiner Rede wies er auf die Ursachen der Polarisierung und der Hassreden hin. Er ist der Meinung, dass die Ursache dafür die wachsende Angst der Menschen ist, die die Welt als einen immer gefährlicheren und komplexeren Ort wahrnehmen. Laut P. Pokorný identifizieren sich solche bedrohten Menschen dann leicht und oberflächlich mit einer Gruppe, die Stärke zeigt. „Der laufende Dialog ist dann kein Austausch sachlicher Meinungen, sondern nur eine Demonstration von Stärke. Wenn wir mit Hassreden konfrontiert werden, ist es notwendig, auf der Menschenwürde zu bestehen – sowohl unserer eigenen als auch der unserer Gegner. Es ist sinnlos zu polemisieren, wenn dadurch nur festgefahrene Positionen bestätigt werden. Es ist gut, immer darauf zu bestehen, dass wir eine einzige Menschheitsfamilie bilden und globale Probleme nur mit vereinten Kräften lösen können“, betonte er.
Der Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen, Erzbischof Nikitas von Thyateira und Großbritannien, forderte die Europäische Union auf, mehr in Programme zur Erkennung von Hassreden in verschiedenen Sprachen sowie in die Rolle der künstlichen Intelligenz in diesem Prozess zu investieren. Seiner Meinung nach ist die Überwindung von Hass nicht nur eine rechtliche oder technologische Herausforderung, sondern vor allem eine moralische und geistliche Herausforderung.

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Bischof Martyn Snow aus Leicester erinnerte daran, dass nicht nur Plattformen, Staaten und die EU für die Kontrolle der Inhalte in sozialen Netzwerken verantwortlich sind, sondern auch die Bürger selbst. Er führte ein Beispiel aus Großbritannien an, wo Falschmeldungen zu Unruhen geführt hatten, und erwähnte ein Projekt in Leicester, das Menschen mit unterschiedlichen Meinungen an einen Tisch gebracht hatte.
Das europäische Treffen in Brüssel war Teil einer langjährigen Praxis, die sich auf Artikel 17 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union stützt, der einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog zwischen der EU und Kirchen, religiösen Vereinigungen und Gemeinschaften vorsieht. Wir betrachten es als große Ehre, dass auch die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder zu den angesprochenen Kirchen gehört.

Text: Konferenz europäischer Kirchen/e-cirkev.cz
Foto: EC – Audiovisual Service © European Union, 2025, Lukasz Kobus: „Participation of Magnus Brunner, European Commissioner, to the High-Level Meeting and dialogue with Religious Leaders“, unter der Lizenz Creative Commons  CC BY 4.0  

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